Warum weniger oft mehr ist

Du kennst das: Das Regal im Bad ist voll, aber morgens greifst du doch immer zu denselben drei Produkten. Ein volles Regal bedeutet nicht automatisch bessere Pflege. Es bedeutet oft nur mehr Entscheidungen. Wenn du deine Produkte einmal aussortierst, wird deine Routine klarer – und du siehst besser, was dir wirklich guttut.
Eine kleine Bestandsaufnahme
Nimm alles aus dem Schrank und leg es auf ein Handtuch. Ja, wirklich alles: Tuben, Tiegel, Pröbchen, Reisegrößen. Sortiere grob nach Kategorien: Reinigung, Feuchtigkeit, Sonnenschutz, Wirkstoffe, Masken, Extras. So siehst du auf einen Blick, wo du doppelt oder dreifach besetzt bist.
Das 20-Minuten-Sortierspiel

Stell dir einen Timer auf 20 Minuten. Dann gehst du die vier Fragen durch:
1. **Ist es noch haltbar?** Schau auf das kleine Tiegel-Symbol mit der Zahl: 6M heißt sechs Monate nach dem Öffnen, 12M zwölf Monate. Bei allem, was riecht, sich trennt oder die Farbe verändert hat, darfst du dich verabschieden.
2. **Passt es zu meinem Hautgefühl?** Nicht zu einem Hauttyp aus dem Internet, sondern zu deinem. Brennt etwas, juckt es oder spannt die Haut danach, ist es kein Kandidat für die tägliche Routine.
3. **Habe ich es in den letzten drei Monaten benutzt?** Wenn nicht, darf es gehen – es sei denn, es ist dein Notfallprodukt für gereizte Tage.
4. **Doppelt sich hier etwas?** Zwei Reinigungsgele, drei Feuchtigkeitscremes, vier Lippenpflegen: Behalte die, die du wirklich magst.
Drei Körbe, keine Schuldgefühle
Leg drei Bereiche fest: **bleibt**, **vielleicht** und **darf gehen**. Der Vielleicht-Korb kommt in eine kleine Box mit Datum. Wenn du in vier Wochen nicht hineingeschaut hast, weißt du Bescheid. Wegwerfen ist okay – du musst nichts aufbrauchen, was dir nicht guttut.

Deine Routine in drei Schritten
Für viele Menschen reicht eine einfache Basis:
– **Morgens:** sanfte Reinigung oder nur Wasser, Feuchtigkeitscreme, Sonnenschutz.
– **Abends:** Reinigung, Feuchtigkeitscreme. Wirkstoffe wie Retinol oder Säuren nur, wenn du sie verträgst und einschleichen kannst.
– **Wöchentlich:** eine Maske oder ein Peeling, wenn deine Haut es mag.
Wichtig: Jede Haut ist anders. Was bei deiner Freundin wirkt, muss bei dir nicht passen. Beobachte, wie sich deine Haut über zwei bis drei Wochen anfühlt, statt sofort zu wechseln.

Was du bewusst weglassen darfst
Du brauchst keine zehn Schritte. Du brauchst keine Produkte, die du nur kaufst, weil sie gerade überall auftauchen. Und du darfst eine Creme, die dir nicht gefällt, am Körper aufbrauchen – Hände, Ellbogen, Füße freuen sich.
Sonnenschutz: der stille Alltagsheld
Wenn du nur ein Produkt auswählst, das bleiben darf, dann gern Sonnenschutz. Er gehört zu den wenigen Dingen, die in der Hautpflege wirklich einen Unterschied machen. Such dir eine Textur, die du magst – sonst landet sie wieder im Schrank.

Ein Regal, das dich nicht stresst
Am Ende soll dein Bad ein Ort sein, der dich nicht fragt: „Was nehme ich heute?“ Sondern einer, der sagt: „Das hier, das kenne ich.“ Sortiere lieber zweimal im Jahr für 20 Minuten, als jeden Morgen zehn Minuten zu grübeln.
Dein kleiner nächster Schritt
Nimm dir heute nur eine Schublade vor. Nicht das ganze Bad. Eine Schublade, ein Timer, drei Körbe. Das reicht.
